Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Top Boss im ganzen Land?

Führen von Mitarbeitern ist kein Kinderspiel. Doch wer Mutter oder Vater ist, lernt im familiären Umfeld, wie man motiviert und zugleich Grenzen setzt, stellte sich bei dem Pilotprojekt Top Boss der PLU heraus.

Seit vielen Jahren vermittelt die PLU Top-Assistenzen, die vor ihrem Einsatz ein höchst anspruchsvolles Training in unserem Campus absolviert haben. Das stellt sicher, dass die Assistenten nicht nur operativ „State oft the art“ sind, sondern auch strategisch denken und handeln. Alle Absolventen eint am Ende eines − sie wollen das optimale Tandem mit ihrem Chef bilden.

Das jedoch ist nicht garantiert. Wir erleben es fast täglich, dass so manch überkommene Vorstellung aufseiten des Vorgesetzten ein effizientes Miteinander blockieren. Dabei haben Spitzenleute auch Spitzenchefs verdient. Doch nicht jeder, der eine Führungsposition bekleidet, ist eine gute Führungskraft.

Ist das so, hat das nicht nur menschlich, sondern auch wirtschaftlich negative Auswirkungen. Nach Erkenntnissen des aktuellen Gallup Engagement Index fühlen sich hierzulande nur 15 Prozent der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen verbunden. Schuld daran sind die Chefs: „Führungskräfte müssen sich bewusst sein, dass sie diejenigen sind, die durch ihr Verhalten einen erheblichen Einfluss auf die Unternehmenskultur haben“, heißt es in der Studie. Und sie können die Motivation ihrer Teammitglieder enorm steigern, erklärt Jim Clifton, Chef von Gallup gegenüber dem „Handelsblatt“.

Clifton glaubt, dass 70 Prozent der Mitarbeitermotivation vom Manager abhängen. Auf die Frage, was man hier verbessern kann, erklärt er im Interview: „Sie müssen spüren, dass sich jemand kümmert. Das Problem ist, dass Management in den meisten Firmen als reine Leistungsbewertung verstanden wird.“ Das führt zu nichts.

Es kann aber doch nicht angehen, dass auf der Arbeitnehmerseite Qualifikationen nachgewiesen werden sollen, während die Arbeitgeberseite Grundregeln einer stabilen Führungskultur missachtet. Dazu zählen Attribute wie Wertschätzung, Erkennen von Potenzialen, Moderation statt Macht und vor allem Respekt.

Dass das nicht selbstverständlich in den Unternehmen gelebt wird, wollen wir von der PLU nicht länger hinnehmen und suchen unter den Chefs die „ausgezeichneten“. Die, die es werden wollen, coachen und zertifizieren wir – genau wie unsere Top-Assistenten.

Das finden Sie ungeheuerlich oder vielleicht sogar anmaßend? Das ist es vielleicht aus der traditionellen Sicht. Aber wenn Unternehmen im Wettbewerb um die Besten vorne sein wollen, müssen Sie den Mitarbeiter überzeugen und nicht umgekehrt. Wer langfristig denkt und smart handelt, versteht das. Sowie die Teilnehmer der ersten Runde unserer Zertifizierung.

„Wir haben bereits zwei Top Bosse ausgezeichnet, einer befindet sich im Coaching, um den letzten Schliff für die Auszeichnung zu bekommen, einer ist noch in der Analysephase“, sagt Sophie Descollaz-Dunkel, Geschäftsführerin und verantwortlich für die Auszeichnung „Top Boss“. Vier dieser Chefs würden gerne ihre Erfahrung teilen. Doch was noch viel interessanter ist: sage und schreibe neun Führungskräfte sind durchgefallen.

Das zeigt, wie notwendig die Qualifizierung als Vorgesetzter ist, nicht nur für ein kreatives und innovatives Miteinander von Chef und Mitarbeitern, sondern auch zum wirtschaftlichen Nutzen des Unternehmens. Wie sagte Henry Ford so richtig: Zusammenkommen ist ein Beginn. Zusammenbleiben ein Fortschritt. Zusammenarbeiten ist ein Erfolg.

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