Männerlob versus Frauenlob – was schätzt man mehr?

Vermont ist nicht gerade das Zentrum der populären Wissenschaft. Doch nun sorgt Wirtschaftsprofessor Martin Abel vom Middlebury College durch eine Studie für Aufsehen. Er untersuchte, ob Mitarbeiter auf eine Vorgesetztenkritik abhängig vom Geschlecht reagieren. Traurige Wahrheit: Frauen werden in diesem Punkt weniger ernst genommen. Bedeutet das eine Schwächung weiblicher Führungskräfte?

Es sind wohl doch nicht alle gleich

Ökonom Martin Abel wollte es wissen. Er schlüpfte in die Rolle eines Arbeitgebers, engagierte 2.700 Freelancer für einen Projektjob und ordnete ihnen fiktiv weibliche oder männliche Vorgesetzte zu.  Nach der Hälfte der Zeit erhielten die Mitarbeiter schriftlich das inhaltlich identische Feedback, aber entweder von einem männlichen oder weiblichen Boss. So wollte der Wissenschaftler herausfinden, ob Mitarbeiter Kritik von männlichen oder weiblichen Führungskräften unterschiedlich einstufen.

Das Ergebnis war ernüchternd. Kritisierten Frauen, wurde das nicht als konstruktiv, sondern als kontraproduktiv empfunden. Lob dagegen, vor allem von weiblichen Mitarbeitern, hatte überhaupt keine Wirkung. Warum das so ist, erklärt sich Abel so: Man würde Frauen immer in Verbindung mit Lob bringen, darum überrasche es keinen Mitarbeiter, wenn ein weiblicher Chef lobe.

Lob von Frauen scheint selbstverständlich

Bei einer Kritik sieht das allerdings anders aus. Die männlichen Mitarbeiter reagierten auf die Kritik von Frauen mit Frust und überlegten sogar die Firma zu wechseln, bzw. da nicht mehr anzuheuern. Das könnte nach Meinung von Psychologen daran liegen, dass die Annahme, dass Frauen eher loben, nicht erfüllt wird. Ausnahmepsychologe und Nobelpreisträger Daniel Kahneman lässt grüßen. Und es zeigt, dass nach wie vor Frauen als Vorgesetzte nicht gleichberechtigt respektiert werden. Männer, so ein Ergebnis von Abels Studie, zweifeln sogar an der Befähigung ihres weiblichen Vorgesetzten. Frauen sind da (wieder einmal) toleranter, sie akzeptieren eher die Fähigkeiten einer weiblichen Vorgesetzten.

Kompetenz klar kommunizieren

Die Untersuchung aus Vermont beweist, wir sind bei der Gleichberechtigung noch lange nicht am Ziel. Zugleich bedeutet das allerdings auch nicht, dass Frauen nun nicht mehr loben sollen. Das wäre Selbstverleugnung. Allerdings kann man aus der Studie lernen, dass man die eigene Kompetenz klar kommunizieren sollte. Das müssen Frauen allerdings in den meisten Fällen noch lernen. Doch mit Bescheidenheit kommt man nicht weiter. Männer verkaufen ihre positiven Seiten in der Regel besser. Also sollte man das eigene Licht unter den Scheffel zu stellen, auch wenn Frauen dazu neigen.

Dass auch das weibliche Geschlecht kann lernen, sich ins rechte Licht zu rücken. Das beweise ich in Workshops, zum Beispiel am 22. November im Lady Boss Seminar in München. Am Ende wird jedem klar sein. Frauen können was! Nebenbei treffen Sie Gleichgesinnte zum Netzwerken. Denn das können wir tatsächlich von Männern lernen.

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