Ich bin genug!

Eine der größten Hürden im privaten wie im beruflichen Leben ist man selbst. Doch akzeptiert man sich und mag sich so, wie man ist, wirkt das auf andere Menschen sehr anziehend. Das habe ich auch erst lernen müssen.

Das Foto hat meine 8-jährige Tochter Jade an der Ruderregattastrecke in Oberschleißheim gemacht. Wir waren gemeinsam Inlineskaten und sind dann zur Abkühlung ins Wasser gesprungen. Es war irgendwie magisch – die Zweisamkeit mit meiner Tochter, das Wasser, die Sonne – wie Ho‘oponopono – ein hawaianisches Gebet, das Dir den Weg zu Dir selbst, innerer Zufriedenheit, Liebe und Friede zeigt.

Wie oft habe ich abends vor dem Schlafen den Tag Revue passieren lassen und wie selten habe ich das Positive reflektiert. Im Kopf schwirrte herum: Du bist zu dick, hast Deine Kinder oder Mitarbeiter angemotzt, hättest bei der Verhandlung schlagfertiger sein sollen. Schon war es aus mit der Nachtruhe, denn diese Art vom Grübeleien hinterlassen Kratzer im Selbstbildnis.

Jeder Mensch stellt Ansprüche. Die meisten an sich selbst. Das ist grundsätzlich auch nicht falsch. Aber die Forderung der vermeintlichen Perfektion ist häufig nicht das, was einen wirklich ausmacht – der eigene Status quo. Meist sind es die Erfahrungen aus der Vergangenheit, das Ergebnis unserer Kindheit und Familie.

Doch zum Erwachsen sein, gehört auch die Suche nach dem Ich und damit nach dem, was einen ausmacht. Dazu gehört es auch Reaktionen von den Mitmenschen einzusammeln − positive, aber mehr noch negative. Das ging mir auch so. Fiese Kommentare oder gar Shitstorms auf öffentliche Beiträge oder nach Auftritten waren im ersten Moment schwer zu ertragen. Aber ich lernte zu beobachten, wie meine Umgebung mich wahrnimmt und was dadurch mit mir passiert. Das kann vielfältiger Natur sein. Wird man verlassen, gerügt, gekränkt oder enttäuscht, ist das eine Botschaft an das eigene Ich.

Die Lehre daraus:
Das, was ich nicht glaubhaft rüber bringe, zu dem ich nicht von ganzem Herzen stehe und von dem ich nicht selbst überzeugt bin (auch wenn es der eigene Körper, das Outfit oder sonst was ist), identifizieren die Menschen sofort als unglaubwürdig.

Sie reagieren mit Skepsis oder gar Ablehnung. Wird man sich dessen bewusst, lernt man, dass man sich selbst, aber auch die Umgebung nicht belügen kann. Nur das, was ich bin, ist richtig. Oder mit anderen Worten: Beginne, Dich selbst zu akzeptieren und zu lieben.

Verzeih dir vor allem, dass Du dich selbst verleugnet hast und dass Du zugelassen hast, dass dich negative Empfindungen wie Angst, Neid und Hass beherrschten. Doch nun kannst Du das hinter dir lassen.

Ich habe vieles erst begreifen und auf der Reise zu mir selbst lernen müssen… und lerne jeden Tag weiter. Ich habe mit vielen Menschen gesprochen, in mich rein gehorcht und reflektiert, was mir andere Menschen widerspiegeln. Danach habe ich kräftig entrümpelt und was kam dabei raus? Christine, so wie sie ist.

Heut kann ich sagen: „Ich bin genug“.

 

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