Die Denke der Steinzeit Chefs

Frauen und Männer stehen gleichermaßen durch die fortschreitende Ära der Industrie 4.0 vor einer sich zwar schleichenden, aber nicht weniger radikalen Änderungen in der Arbeitswelt. Das ist Fluch und Segen zu gleich. Denn noch nie war der Wettbewerb der Geschlechter um Positionen so ausgewogen wie in Zeiten der Digitalisierung. Doch nur wer sich anpasst, kompetent und vor allem mobil ist, wird die Chancen ummünzen können.

Kürzlich gab ich ein Interview in der „Abendzeitung“ und erklärte auf die Frage, warum wir in Zukunft anders arbeiten werden: „Die Veränderung findet jetzt gerade statt.“ Doch das wird gerne bei traditionell agierenden Führungskräften ignoriert. Denn „es gibt auch noch viele, die am Bestehenden festhalten, weil sie Angst haben vor dieser neuen, digitalen Welt, Angst vor Veränderungen. Deshalb bleibt man lieber beim Alten, nach dem Motto: Wenn ich im Büro sitze und meinen Anzug anhabe, bin ich wichtig und offensichtlich @work. Im Homeoffice sieht ja keiner, ob und was ich arbeite. Dann werde ich vielleicht nicht ernst genommen. Die Work-Life-Blending Entwicklung ist aber nicht aufzuhalten.“ Die, die an den alten Strukturen festhalten, sind die Verlierer der Transformation.

Die Technologiefortschritte durch Künstliche Intelligenz bedingen neue Beschäftigungsformen. Alles was Routine ist, ist nichts mehr wert, weil das Maschinen besser als die Menschen erledigen. Das tun die ohne Aufsicht. Warum also ist es so schwer für viele Chefs zu begreifen, dass Agilität und die wirkliche Kopfarbeit, befreit vom täglichen Allerlei, wertvoller ist denn je? Und dass diejenigen, die diese leisten, arbeiten sollen, wie es ihnen gefällt. So lange das Ergebnis stimmt.

Arbeiten wo man sich wohl fühlt

Dafür kämpfe ich und lebe das auch bei den Mitarbeitern meiner Firma vor. Flexible Arbeitszeiten und Home-Office ist hier kein Thema. Ganz im Gegenteil. Wenn es zufriedenere Beschäftigte schafft, ist es sogar Pflicht. Zeit für Bewegung, Freunde und Familie ein „Muss“! Ein Beispiel: Wenn ein Angestellter auf dem Land lebt und sich täglich als Pendler stundenlang im Auto auf dem Weg von zu Hause ins Büro befinden, nenne ich das unproduktiv. Die Zeit im Auto kann sinnvoller genutzt werden, z.B. für Sport.

Oder: Wenn Mütter nicht wissen, wo sie ihren Nachwuchs untergebracht kriegen, sind sie doch in der Firma in Gedanken eher bei den Kindern. Können sie jedoch von unterwegs, zwischendurch oder zu Hause arbeiten, kann Arbeit und Kinder prima vereinbart werden. Ich weiß als Single-Mami, wovon ich spreche. Die begrenzten Zeitfenster sorgen für konzentriertes und effizientes Erledigen der Dinge, die Priorität haben.

Das praktizieren wir bei PLU schon immer. Und das mit nachweisbaren wirtschaftlichen Erfolgen.

Die Digitalisierung straft Hierarchie ab

Die, die das bisher nicht eingesehen haben, werden nun zwangsläufig durch die Digitalisierungsentwicklung abgestraft. Denn die Karten werden neu gemischt. Nur die kompetent und kreativ Agierenden können in den neuen Arbeitswelten gewinnen. Und wenn zuhause oder am See nach Meinung der Mitarbeiter die bessere Atmosphäre herrscht, sollte man das als Arbeitgeber fördern. Denn reines Köpfezählen im Büro macht keine Gewinne, zufriedene Mitarbeiter schon. „Ich bin keine Hellseherin, aber allein durch die momentane Entwicklung gehe ich davon aus, dass in 10 bis 20 Jahren die „alte Welt“ nur noch in kleinen Bereichen existiert“, sagte ich im Interview.

Darin bestätigt mich eine Expertise: „Zwischen 40 und 160 Millionen Frauen weltweit müssen möglicherweise bis 2030 zwischen den Berufen wechseln, häufig in höherqualifizierten Positionen“, schreibt das McKinsey Global Institute in der Studie „Die Zukunft von Frauen bei der Arbeit: Übergänge im Zeitalter der Automatisierung. Doch bevor es eben soweit ist, sehen sie sich allgegenwärtig mit Hindernissen konfrontiert. Doch die Studie macht Hoffnung. Sie prognostiziert, dass Frauen auf dem Weg zu produktiveren und besser bezahlten Positionen sind. Und das auch darum, weil man sie machen lässt.

 

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