Never change a winning team

Das Zusammenspiel zwischen Assistenzen und Vorgesetzten ist ein ganz spezielles und im besten Fall ein effizientes und effektives. Stimmt also die „Chemie“ (natürlich nur im Sinne des professionellen Verhältnisses) sollten sich Chefs und Mitarbeiter auch bei beruflichen Wechseln niemals trennen. Denn ein Team funktioniert als Einheit.

Wer heute noch über Klischees zum Verhältnis zwischen Chefs und Assistenzen nachdenkt, ist nicht auf der Höhe der Zeit. Das Zusammenspiel läuft bei einem effizient geführten Unternehmen auf Augenhöhe. Und da erlaube ich mir eine Anleihe in die Sprache der Vergangenheit. Die Assistenz ist die „rechte Hand“ und im idealen Fall auch noch die linke.

Der oder die Vorgesetze bilden mit der Dame oder dem Herrn aus dem sogenannten „Vorzimmer“ ein Team, das nicht nur miteinander arbeitet, sondern darüber hinaus viel miteinander kommuniziert, sich abstimmt, wer welche Aufgaben hat und das ohne viel Worte weiß, was zu tun ist.

Im positiven Sinn der Bedeutung ist das Duo durch die Zusammenarbeit eine Symbiose. Man ist füreinander da und arbeitet miteinander für ein gemeinsames Ziel. Ist man dann auch noch aufeinander eingespielt, sollte man das nicht ändern, wenn es geht. Auch Unternehmen ziehen daraus Vorteile. Wenn man aber nicht nur eine Person, sondern gleich eine Einheit einkauft, lässt man die Einarbeitungs- und Eingwöhnungsphase relativ schnell hinter sich. Und das Team kann zügig 100 Prozent seiner Leistung liefern. Zudem ist man vertraut und kann in aller Ruhe das soziale Netzwerk im Unternehmen aufbauen.

Aber verstehen Sie mich nicht falsch. Das Team Chef/Assistenz ist keine homogene Gruppe. Denn in keiner anderen Konstellation arbeiten die Menschen so eng miteinander. Manche Branchen sind hier Trendsetter und kaufen HR-Power gerne im Tross. Auf diese Weise können treue Mitarbeiter ihre Vorgesetzten jahrelang begleiten.

Mehr sind mehr wert

Warum? Es spricht doch für die Person des „Teamleiters“, wenn seine Assistenz ihm folgen würde. Das ist nicht nur ein guter Indikator für die viel beschworenen „Soft Skills“, sondern zeigt auch, dass der neue Arbeitgeber versteht, dass herausragende Arbeit ein Zusammenspiel von Menschen ist. Diese Leistung verpufft mitunter, wenn sich das Team pulverisiert.

Viele Branchen haben das erkannt. Vorreiter ist hier die Finanzbranche – vor allem im hochkarätigen Bereich der Vermögensberatung. Ein Beispiel für ein solch gewinnbringenden Transfer erzählte mir kürzlich Philip Saladin – Senior Relationship Manager bei der LGT Bank Schweiz.

Als sich eine neue berufliche Perspektive bot, wurde vom neuen Unternehmen gleich ein Paket eingekauft, inklusive Assistenz: „Wir wollten auf keinen Fall ohne unsere Assistentin wechseln, denn sie ist genauso wichtig wie der Chef, denn ohne sie läuft gar nichts. Sie weiß alles, sie hält die Fäden zusammen, sie ist der zentrale Ansprechpartner für uns, unsere Kunden und unser Team.“ Und die Moral aus der Geschicht: Ein „Winning Team“ wechselt man einfach nicht.

 

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