Kampf um Köpfe

Weiterbildung ist und bleibt ein Chefthema. Das bestätigte auch eine Umfrage des ifo-Instituts im Auftrag von Randstad. Wer das Mitarbeitern nicht bietet, muss sich nicht wundern, wenn diese abwandern oder erst gar nicht anheuern.

Eigentlich waren die Ergebnisse der Umfrage vorhersehbar. Die Weiterbildung ist für die meisten Personalverantwortlichen signifikant: Knapp 90 Prozent der befragten Personalleiter gaben gegenüber dem Ifo-Institut an, dass sie betriebliche Weiterbildung in ihrem Unternehmen anbieten. Dabei zeigt sich, dass mit steigender Mitarbeiterzahl auch das Angebot von Weiterbildung wächst.

„In der Größenklasse bis 49 Mitarbeiter bieten 83 Prozent der Unternehmen betriebliche Weiterbildung an, ab 250 Angestellten sind es knapp 100 Prozent. Als Hauptziele gelten dabei das Vermitteln neuer sowie das Vertiefen bereits vorhandener Fähigkeiten (70 und 71 Prozent). Zwei Drittel sehen im Angebot von Weiterbildung zudem eine Möglichkeit, die Mitarbeiter zu motivieren oder die Mitarbeiterbindung zu erhöhen.“  Ein Grund für die Bereitschaft zu Weiterbildungsangeboten ist also auch Imagebildung für das Unternehmen. In Zeiten knapper Arbeitskräfte durchaus ein Pfund mit dem man wuchern kann. Doch das darf nicht nur für potenzielle, sondern auch für etablierte Beschäftigte gelten.

Langjährigen Mitarbeitern tut eine Auffrischung gut

Denn ein Fazit ist – steht in der Auswertung zu lesen -, dass der größte Bedarf bei den langjährigen treuen Mitarbeitern gesehen wird. Logisch, denn das hat auch was mit Betriebsblindheit zu tun. Also rütteln Sie ihre Mitarbeiter wach und ermöglichen Sie als Arbeitgeber durch Weiterbildung auch den Blick über den Tellerrand ihrer Firma hinaus.

Nehmen Sie als Beispiel Microsoft Office-Anwendungen. Das dürfte wohl in der beruflichen Praxis die meist verbreiteten Programme sein. Es vergeht kaum ein Monat, in dem es keine Aktualisierungen gibt. Die bergen in der Regel Verbesserungen. Doch das Potenzial bleibt ungenutzt, weil ihre Beschäftigten häufig keine Zeit haben, sich „da rein zu fummeln“. Das ist aber verschenkte Zeit und damit Geld. Sind die Mitarbeiter in Programmen fit, können sie ihre Ressourcen anderen Dingen widmen, als in Excel rum zu suchen. Da wir das ja anbieten, können wir das aus Erfahrung bestätigen. Sind die Mitarbeiter wieder up-to-date gehen sie voller Elan wieder an ihre Arbeit und haben Spaß daran, das neue und meist bessere in ihre Prozesse zu implementieren.

Kampf gegen das Motto „Das machen wir schon immer so“

Was ebenso wie eine Frischzellenkur fürs Hirn ist, sich einmal grundsätzlich die neusten Organisationsformen und -ansätze erklären zu lassen. Denn das Motto „Das machen wir schon immer so“, ist Gift für die Weiterentwicklung, Innovationsgeist und die Kreativität in ihrem Unternehmen.

Bei der Umfrage kam zudem heraus, dass die Personalleiter ebenso bei den Berufseinsteigern einen „substantiellen Bedarf“ sehen. 42 Prozent der Befragten meinen, dass die Neueinsteiger ein Feintuning benötigen, um ihre volle Kraft fürs Unternehmen zu entfalten. Und das geht quer durch alle Hierarchien.

Also Unternehmenslenker und -leiter, geht noch einmal in euch und überlegt, ob ihr den Mitarbeitern genug Optionen und vor allem die richtigen bietet, damit eine Weiterbildung auch den unternehmerischen Erfolg zugutekommt und ganz nebenbei bei Kandidaten auch noch einen guten Eindruck hinterlässt.

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