Einfache Namen – Garant für die Karriere!?

Schlechtere Bezahlung für gleiche Leistung. Eine Studie erzählt uns nun, dass unsere Eltern schuld an einer vermasselten Karriere und niedrigem Gehalt sind, weil sie uns den falschen Namen gegeben haben. Ja, geht’s noch?
Manchmal kann man nur den Kopf schütteln, was in sogenannten Studien doch so alles untersucht wird. Eine dieser Analysen sagt:  Kurze und einfache Namen sind von Vorteil, da sie leichter im Gedächtnis bleiben. Doppelnamen hingegen schneiden schlecht ab, da diese mit einem Mangel an Willensstärke von Seiten der Familie verbunden werden.

Das amerikanische Journal of Experimental Psychology geht sogar noch einen Schritt weiter: Als „Name Pronounciation Effect“ wird das Phänomen bezeichnet, dass Leute mit einfach auszusprechenden Namen generell positiver bewertet werden als Personen mit schwer auszusprechenden Namen, da diese unbewusst auf eine schwierigere Persönlichkeit schließen lassen.

Heißt das also, das sich bei der Taufe entscheidet, ob ich Karriere mache oder wegen nörgliger Art lebenslang in der Sachbearbeiter-Ebene verbleibe?

Müssen wir also unsere Eltern für unser berufliches Schicksal zur Verantwortung ziehen, weil sie vielleicht aus romantischen oder traditionellen Erwägungen einen Namenswurm wie Maria-Elisabeth Müller-Lancé konstruierten? Was sagen denn Autoren zu Karrieren wie die der großartigen Elisabeth Noelle-Neumann oder Annegret Kramp-Karrenbauer? Oder wie kommt die Personalvorständin von BMW, Milagros Caiña-Andree zu ihrer Position? Und ist Nicola Leibinger-Kammüller nur per Erbfolge Chefin des Maschinenbauers Trumpf geworden? Der Erfolg des Unternehmens spricht dagegen. Auch die anderen Damen haben nämlich mit Kompetenz Karriere gemacht. Und wie kommen beispielsweise die Spanier damit klar, die ja bekanntlich alle Namen beider Elternteile und Partner fröhlich in ihrem Namen vereinen?

Dirk ist besser als Sabine

Noch besser wird es bei der unterstellten Korrelation zwischen Vorname und Gehalt bzw. dem Erfolg im Beruf. Das hat das Job-Portal Adzuna in einer großen Studie analysiert. Dafür haben die Forscher 5.541 aktuelle Lebensläufe von Spitzenverdienern mit einem Jahresgehalt von über 50.000 Euro ausgewertet.

Bei Männern seien kurze Namen klar im Vorteil. Auf der Frauenseite schneidet „Sabine“ mit einem Jahresgehalt von 83.638,06 Euro am besten ab. Vorteilhaft auch hier, leicht verständliche Namen ohne Sonderzeichen.

Ist schon klar, dass es aber dennoch auch hier den berühmten kleinen Unterschied gibt. „Sabine“, die zwar weibliche Topverdienerin ist, ermittelte die Studie, verdiene aber 36.000 Euro weniger als „Dirk“. Und das Durchschnittsgehalt der Top 10 der männlichen Namen beläuft sich auf 104.369,34 Euro, während Frauen im Schnitt 69.938,77 Euro nach Hause bringen.

Das wäre doch mal ein sinnvoller Ansatz einer Studie, der Frage nachzugehen, warum bei gleicher Qualifikation und Leistung immer noch ein solcher Unterschied herrscht und eine Aufgabe der Personalchefs statt auf Namen oder Geschlecht auf Qualifikation zu achten. Ich kann nur hoffen, dass sie das schon jetzt so handhaben.

Ich bin auf jeden Fall nach der Lektüre der Analysen froh, dass ich Christine Walker heiße.

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