Respekt!?

Man hätte es sich denken können. Frauen werden – vor allem als Führungskraft – weniger respektiert. Das zeigt (neben unseren eigenen Erfahrungen) die Statistik des World Economic Forums zum Thema Frauen in Führungspositionen.

Ein Fazit: Es gibt in keinem Land der Welt einen Gleichstand von Frauen / Männern in Führungspositionen.

Ist das Respekt?

Es überrascht ja wohl keinen, der das liest, dass Frauen nicht genauso geschätzt werden wie Männer. Bei den Führungspositionen ahnten wir das ja schon lange und jetzt wird es auch belegt: Auf dem World Economic Forum präsentierte man eine internationale Studie zu den Chancen von Frauen. Eines der Ergebnisse lautet: Im Schnitt der erfassten 41 Länder arbeiten nur 31 Prozent der Frauen in einer Führungsposition. Die beste Nation für Frauen ist den Zahlen zufolge Lettland. Dort nehmen immerhin knapp 45 Prozent Frauen in Chefsesseln platz, gefolgt von den USA und Ungarn. Unser „hochentwickeltes“ Deutschland steht in der Rangfolge nur auf Platz 29. Das stellt einer weiblichen Führungskraft an der Spitze eines Landes ein schlechtes Zeugnis aus.

Es hapert auch an Wertschätzung

Dieselbe Studie (übrigens erstellt von honeypot.io) nahm sich auch die Ungleichheit bei der Entlohnung vor. Da sind deutsche Frauen noch schlimmer dran als beim Thema Führung. Diese Platzierung kann man mit Fug und Recht als hinteren Rang bezeichnen, denn wir finden Deutschland auf Platz 32 wieder, legt man den Durchschnitt aller Arbeitnehmer zugrunde.

Zieht man die Kreise größer und bezieht das Vermögen mit ein, gehören dem weiblichen Geschlecht nur 10 Prozent des weltweiten Reichtums, sagt eine weitere Studie. Woher das wohl kommt?

Selbst in der Politik keine ausgeglichene Quote in Sicht. Auch im Land mit der Quotenregelung und einer Kanzlerin. Nach Angaben der UN Women saßen 2016 nur 22.8 Prozent der Frauen in nationalen Parlamenten weltweit. Spitzenreiter ist das kleine afrikanische Land Ruanda mit mehr als 60 Prozent Frauen im Nationalparlament.

Wegen der Ungleichheit zwischen der Geschlechter hat die UNO bei der „Agenda 2030 mit 17 Zielen der Nachhaltigen Entwicklung (sog. Sustainable Development Goals – SDGs) die Stärkung von Frauen und die Erreichung von Geschlechtergerechtigkeit als Ziel Nummer 5 definiert, um die Relevanz der Frauen für die Erreichung der Agenda deutlich zu machen.“

Geschlechtergleichheit ist noch Theorie

Das macht die Dringlichkeit deutlich. Doch die Durchsetzung ist ein zähes Geschäft und darum ist jede Initiative wie die Agenda 5/17: Geschlechtergerechtigkeit von Engagement Global willkommen, um aus Träumen in der Theorie auch Tataschen im täglichen Leben zu schaffen. Dieses Ziel hat sich die Organisation auf die Fahnen geschrieben.  Darum mache ich gerne an dieser Stelle darauf aufmerksam: „Engagement Global will mit dieser Maßnahme das Ziel der Geschlechtergerechtigkeit durch das Ziel der Partnerschaft fördern. Dr. Joy Alemazung, Projektleiter von Engagement Global, hat das Projekt konzipiert mit der Unterstützung des „United Nations Knowledge Center for Sustainable Development“, um die Gleichstellung der Geschlechter weiter zu fördern.“

Und es ist mir eine große Ehre, mich ab kommenden Monat offiziell als Botschafterin in dieser Initiative künftig für das Thema Führungskräfte in der Wirtschaft zu engagieren.

Sie werden mich also häufiger im Namen dieser Initiative sprechen, informieren, diskutieren und provozieren sehen. Ich freue mich darauf, Sie auf Events wie Konferenzen, Vorträgen und Workshops zu treffen.

Am 7.7. findet die zweite Konferenz der Agenda 5/17 „Geschlechtergerechtigkeit durch Partnerschaft“ zum Themenkomplex „100 Jahre Frauenwahlrecht“ in München statt.
Ein passender Einstieg für alle, die für Gleichstellung sind, Flagge zu zeigen.

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