Frauen in Führungspositionen sind in Deutschland Mangelware

Die Frauenquote ist in Deutschland zwar gesetzt, aber umgesetzt wird sie nur zögerlich. Jetzt wollen die Politiker der GroKo Strafen verhängen, wenn Unternehmen das nicht durchsetzen. Doch ob das hilft, bleibt abzuwarten. Die Männerwelt findet das nämlich offensichtlich gar nicht super, ihre Macht mit den weiblichen Kollegen zu teilen. Doch das ist nicht die einzige Baustelle bei der Gender-Diskussion. Denn hierzulande werden beim Lohn und Gehalt die Frauen nach wie vor ausgenutzt.

Der Frauenanteil in Aufsichtsräten der Top 200 Unternehmen in Deutschland hat sich seit dem Gesetz zur Frauenquote stark verbessert. Immerhin knapp 25 Prozent weibliche Mitglieder in den Kontrollgremien überwachen die Firmenchefs.

Doch in den Schaltzentralen der Macht, in den Vorständen, sieht es mit der Umsetzung mehr als dürftig aus. Für alle Firmenchefs hier also noch mal zur Erinnerung an alle, die das vergessen haben sollten, warum das Gesetz zur Frauenquote kam. Das Regelwerk soll für die Gleichstellung von Frauen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft sorgen und ist im Mai 2015 in Kraft getreten.

In den Vorständen sind laut eines Berichts vom Bundestag in den untersuchten Unternehmen Frauen allerdings nach wie vor Exoten. Nur wenige Unternehmen haben bisher umgesetzt, zusätzlich Frauen für den Vorstand zu gewinnen. Wenn überhaupt, dürfen Frauen die Personalfragen lösen. Technische Ressorts sind geradezu gar nicht von Frauen besetzt.  Ab und zu darf eine Frau mal an die Finanzen ran, aber meist nur in US-Unternehmen, die hier agieren.

Einige Unternehmen sind nach wie vor bei der Quote „Null“. Nun sollen die, die hier glauben das aussitzen zu können, bestraft werden. Schon mal ein guter Schritt. Denn wenn es an das Geld in der Tasche geht, sind Männer extrem empfindlich.

Gleichstellung in Deutschland ist weit von Spitzenwerten entfernt

Doch es gibt nicht nur die eine Baustelle in Sachen Gleichstellung. Die viel Größere ist die nach wie vor ungleiche Entlohnung von Frauen und Männern. Die Politiker hierzulande sollten sich ein Beispiel am kleinen Staat Island nehmen.

Seit Anfang des Jahres gilt hier per Gesetz: gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Damit setzt der Inselstaat weltweit ein Zeichen, das andere Länder hören sollten. Denn nach wie vor ist das Ungleichgewicht hoch. In Deutschland ist es besonders hoch.

Fast 25 Prozent weniger Lohn für gleiche Arbeit für Frauen

Rund ein fünftel weniger verdienen Frauen, wenn sie einen gleichen Job ausüben wie die Männer. Das riecht nach altbekannter Herren-Club-Attitüde. Nun werden die „Herren“ sagen, die männlichen Kollegen haben eben besser verhandelt. Doch das lasse ich nicht gelten. Das kommt für mich der Ausnutzung der niedrigen Lohnkosten in Entwicklungsstaaten gleich.

In Island werden die Unternehmensführer, die mehr als 25 Mitarbeiter beschäftigen, jetzt zur Kasse gebeten und gewinnen also nichts mehr, wenn sie Frauen schlechterstellen. Dann auch hier ist die Frauenwelt noch nicht ausbalanciert. Trotz ersten Platz des „Gender Gap Report“ des Weltwirtschaftsforums wird auch im hohen Norden weniger für „Frauen“-Arbeit bezahlt.

Übrigens findet sich Deutschland auf dem zwölften Platz.

Kommentar verfassen