Führen heißt Erkennen

Führungskräfte machen vieles aus Gewohnheit. Regeln, die seit Jahren bestehen, werden nicht hinterfragt. Da wird möglichst alles besprochen, alles gelesen, alles protokolliert, alles formuliert und vieles selbst kontrolliert, nach dem Motto: Ehe ich es jemand erklärt habe, kann ich es auch selbst machen. Die Folge: Eingefahrene Prozesse, die vermeintlich funktionieren, werden zu wenig auf ihre Effizienz überprüft und angepasst. Flaschenhälse dadurch nicht eliminiert und die Führungskraft im wahrsten Sinne des Wortes langfristig überlastet. Da helfen auch Seminare und Ommm-Trainings nichts, die das Problem (am besten am Wochenende) lösen sollen.

Das Problem liegt im nicht Erkennen der eigenen Grenzen!

Dadurch verschwenden Manager nicht nur ihre Zeit, sondern auch die Zeit von Mitarbeitern und Unternehmen. Und Zeit ist bekanntermaßen Geld. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Bain & Company gehen den Firmen so jedes Jahr Millionen Euro verloren. Das ist pure Verschwendung: Zeit muss so effizient geplant und verbracht werden, dass man sich ums Wesentliche, nämlich die Visionen, kümmern kann. Dabei helfen durchdachte Strukturen. Ich beobachte häufig, dass in Unternehmen oft viele Systeme nebeneinander existieren, die parallel betrieben, gepflegt und synchronisiert werden müssen.

Das ist so, wie wenn man einen Papierstapel von einem Ablagekorb auf dem Schreibtisch in den nächsten schiebt. Dabei müsste es eigentlich nach dem ersten „Anfassen“ des Vorgangs vom Schreibtisch verschwinden. Und zwar weg von der Führungskraft an die Mitarbeiter.

„Es könnte so viel wertvolle Zeit gespart werden, würden die Chefs mehr Aufgaben an ihre Assistenten delegieren“, habe ich mal dazu in einem Interview gesagt. „Ich vergleiche das immer mit einem Formel-1-Piloten: Der steigt beim Boxenstopp ja auch nicht aus und überprüft, ob die Reifen richtig aufgepumpt sind.“

So einfach funktionierts!

Noch besser wäre es, wenn das Team schon die Aufgaben von alleine erledigt.  Dahin zu finden, brauche ich keine Weisheit, sondern zwei Dinge, einen Plan und gesunden Menschenverstand:

  1. Schritt: „plan“.
    Diese Phase umfasst das Vorhaben von Verbesserungen, die Analyse des Ist. Zustands sowie das Entwickeln eines neuen Konzeptes (unter intensiver Einbindung der beteiligten Mitarbeiter).
  1. Schritt: „do“.
    Do ist das praktische Optimieren des Konzeptes.
  1. Gang: „check“.
    Neue Abläufe und die Resultate werden gecheckt, mögliche Ergänzungen wie Schulungsmaßnahmen durchgeführt und bei Realisierbarkeit als Richtlinie definiert.
  1. Gang: „act“.
    Die Abläufe und Maßnahmen werden implementiert und regelmäßig überprüft.

 

Das hört sich doch gar nicht so schlimm an – oder?
Probieren Sie es doch einfach einmal. Ihre Familie, Firma und Mitarbeiter würden sich freuen.

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