Geld – Instrument für persönliche Freiheit!

„Zum Erfolg gibt es keinen Lift. Man muß
die Treppe benützen.“
Emil Oesch schweizerischer Schriftsteller und Verleger

Super, die Vision stimmt, sie haben Bock eine Firma zu gründen, haben ihre Story in einen umfangreichen Business-Plan gepresst und einen Termin mit ihrer Bank gemacht, um die Finanzierung abzuklopfen. Ihr Kundenbetreuer macht seinen Job, rechnet vor, wie viel die Bank ihnen an finanziellen Spielraum zuteilen würde. Sie jubeln. Denn ist es nicht so, dass ihre Idee bestätigt wird? Scheint so. Aber die Sache hat eine Kehrseite. Die Bank oder der Investor macht das nicht uneigennützig. Denn das Geldinstitut oder die Kapitalgesellschaft sind wirtschaftlich denkende Unternehmen, die nicht an ihrem Erfolg, sondern nur am eigenen interessiert ist.

Dafür, dass Sie mit ihrer Vision nicht selbst das Geld verdienen können, um die Firma zum Laufen zu bringen, gibt es keine wissenschaftlich begründeten Studien. Aber es gibt belegbare Beispiele dafür, dass mitunter diese vermeintliche Unterstützung durch ein Kreditinstitut oder Investor Abhängigkeiten schafft. Mal ganz abgesehen davon, dass Sie eine Menge Zeit investieren, um einen Businessplan zu erstellen, der den Anforderungen eines Kapitalgebers entspricht.

Als ich mein Unternehmen gründete, war mein Mantra ein Zitat von Politiker, Sanierer und Gründungs-Coach Lothar Späth: „Intelligenz kann heute erstmals Kapital ersetzen. Bisher hat immer der mit viel Geld gewonnen, auch wenn der der Dümmste war. Das hat sich geändert. Heute kommen Leute wie Bill Gates und machen mit einer Garagen-Firma Milliarden.“

Milliarden habe ich zwar mit meinem Unternehmen noch nicht verdient, obwohl auch ich quasi in der Garage gestartet bin. Aber ich habe mich an den Leitfaden gehalten, auf mich vertraut und das Geld für den Geschäftsbetrieb selbst verdient. Ich habe meine Arbeitskraft eingesetzt, meine persönlichen Wünsche zurückgenommen und so mit dem von mir verdienten Geld die notwendige Investition in Mitarbeiter, Büro oder Laptop aufgebracht. Klar ist es leichter mit einem luxuriösen kapitalen Spielraum zu starten. Und ich gebe zu, die Liquidität kann beim Wachstum verdammt knapp werden, aber dafür ist die Freiheit groß. Darüber hinaus ist die Versuchung gebannt, Geld einzusetzen, das zuvor nicht verdient wurde.

Lieber klein anfangen als unkontrolliert loszurennen. Und die Gefahr, dass man bei einem Scheitern der Bank mit Haut und Haar verpflichtet ist, ist gleich Null. Zudem lehrt es– im wahrsten Sinne des Wortes – den sparsamen Umgang mit Geld. Das hilft mir bis heute jede Investition genau abzuwägen. Und mit einem Erfolg den nächsten zu finanzieren.

Nach meiner Erfahrung sind Frauen in Puncto Kapitalaufnahme weniger riskant unterwegs, aber nur deshalb, weil sie sich das genau überlegen. Das sollten sich auch männliche Gründer hinter die Ohren schreiben. Denn die Finanzierung von der Bank kostet irgendwann mehr als nur die Freiheit. Die Bank kann jederzeit den Geldhahn zudrehen. Und das Gefühl ist doch nicht schön. Und auch nicht nötig. Denn eine gute, am Markt funktionierende, Geschäftsidee und eine Vision ermöglicht nicht nur die Selbstständigkeit, sie ist eine Bestätigung und verdient beim Umsetzen schon zwangsläufig Geld.

Ich zitiere noch einmal den großartigen Lothar Späth: „Das Materielle wird ein Stück der Bedeutung verlieren, gesucht wird nach neuen Möglichkeiten des Wohlfühlens.“

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  1. Hat dies auf storyboard430 rebloggt und kommentierte:

    Ein Inhalt, über den man nachdenken sollte.

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